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OParl — Ein Schema für Deutschlands Ratsinformationssysteme

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OParl — Ein Schema für Deutschlands Ratsinformationssysteme

2026-06-01 · FlowMCP Team · #data-formats #oparl #open-government

Deutsche Kommunen veröffentlichen einen großen Teil ihrer demokratischen Arbeit online: Ratssitzungen, Tagesordnungen, Anträge, die Personen in den Gremien. Die Daten sind öffentlich — aber sie liegen hinter dutzenden verschiedenen Ratsinformationssystemen (RIS), jedes von einem anderen Hersteller, jedes mit eigenem URL-Aufbau. OParl ist der offene Standard, der sie vereinheitlicht, und FlowMCP spricht ihn jetzt mit einem einzigen Schema.

Was ist OParl?

OParl ist ein offener Standard für den anonymen, lesenden Zugriff auf deutsche Ratsinformationssysteme. Er definiert JSON-basierte REST-APIs — kein Login, keine Sessions — für die wiederkehrenden Objekte kommunaler Demokratie: Körperschaften, Sitzungen, Tagesordnungspunkte, Drucksachen (Anträge und Dokumente), Personen und Organisationen (Gremien und Fraktionen). Zwei Versionen sind im Feld: OParl 1.1 (aktuell) und OParl 1.0.

Der Haken: OParl standardisiert die Datenform, nicht den URL-Aufbau. Verschiedene Hersteller liefern dieselben Objekte unter unterschiedlichen Pfaden. Ein Tool, das „die neuesten Sitzungen von Rat X” lesen will, muss wissen, auf welcher Hersteller-Familie X läuft.

Was das FlowMCP-oparl-Schema kann

FlowMCP verbirgt diese Hersteller-Spaltung hinter einem Schema. Du nennst einen Rat; der Handler erkennt die Hersteller-Familie am URL-Muster des Endpoints und leitet die Anfrage auf die richtigen Pfade. Drei Bausteine greifen ineinander:

KomponenteRolle
oparl-registryDiscovery-Schicht. listEndpoints liefert alle bekannten deutschen OParl-Räte; getMetaData gibt für einen Rat OParl-Version, Hersteller-Familie, verfügbare Objekttypen und Lizenz zurück. Die Registry wird täglich vorgeladen (preload { ttl: 86400 }).
oparlZugriffs-Schicht. Acht Kern-Tools decken die Standard-Objekte ab (siehe unten).
oparl-select (Skill)UI-Helfer. Nutzt prefill auf listEndpoints, damit die Rats-Auswahl immer die Live-Registry spiegelt — nie eine veraltete, fest verdrahtete Liste.

Die acht Zugriffs-Tools:

ToolLiefert
getBodiesDie Körperschaften eines Rats
getMeetingsSitzungen einer Körperschaft (paginiert)
getMeetingEine einzelne Sitzung mit Tagesordnung
getPapersDrucksachen / Anträge (paginiert)
getPaperEine einzelne Drucksache
getPersonsRatsmitglieder (paginiert)
getOrganizationsGremien und Fraktionen (paginiert)
getAgendaItemEin einzelner Tagesordnungspunkt (OParl 1.1)

Die Hersteller-Familie — SD.NET RIM, ALLRIS, gremien.info — wird automatisch aus dem URL-Muster erkannt. Für den Aufrufer ist sie unsichtbar: Du fragst einen Rat beim Namen, das Schema erledigt den Rest.

Abdeckung

Die Registry listet derzeit mehr als 120 deutsche Ratssysteme, und weil sie täglich von dev.oparl.org/api/endpoints geholt wird, wächst diese Zahl von allein, sobald weitere Kommunen online gehen. Berlin allein erscheint mit mehreren einzeln gelisteten Bezirken. Die Abdeckung ist so breit wie die öffentliche Registry — von großen Stadträten bis zu kleinen Gemeinden mit wenigen tausend Einwohnern.

Was man fragen kann

  • „Zeig mir die neuesten Sitzungen von Rat X.”getMeetings mit umgekehrter Pagination.
  • „Wer sitzt im Rat? Wer leitet welche Fraktion?”getPersons, getOrganizations.
  • „Was wurde zu diesem Antrag entschieden?”getPaper, entlang der verlinkten Beratungen und Sitzungen.
  • „Was hat sich seit gestern geändert?” — der Parameter modified_since, für Crawler und Sync-Jobs.

Ehrliche Grenzen

OParl ist ein bewusst einfacher Standard, und das Schema kaschiert seine Lücken nicht. Die API hat keine Freitext-Titelsuche und keine Datums-Sortierung, und created_since filtert nach Erfassungs-Datum, nicht nach Sitzungs-Datum. „Alle Sitzungen aus 2024” ist deshalb ein Zwei-Schritt-Muster (durchblättern, client-seitig filtern), keine einzelne Abfrage. Wir bilden ab, was der Standard wirklich kann — nichts dazuerfunden.

Warum das zählt

Ratsdaten sind die roheste Form von Open Government: wer was beantragt hat, wer abgestimmt hat, wann. Bisher hieß kommunenübergreifendes Arbeiten damit: pro Hersteller einen eigenen Adapter schreiben. Mit OParl als FlowMCP-Datenklasse kann ein KI-Assistent jeden registrierten Rat über dieselben acht Tools lesen — und die Implementierung bleibt bewusst minimal: acht Tools, eine tägliche Registry, keine Datenbank. Genau das, was der Standard braucht, nichts mehr.


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